Als Ersteinspielung nach der neuen quellenkritischen
Ausgabe bei Ricordi liegt nun Giovanni Simone Mayrs
erfolgreichstes Bühnenwerk, die Oper Medea in Corinto
vor. Die Neuausgabe basiert wesentlich auf einem
Manuskript von 1821, das wesentliche Änderungen
gegenüber bisherigen Ausgaben enthält, darunter eine
später gestrichene Cavatina der Medea, die nur in einer
historischen Einzelausgabe für Gesang und Klavier
veröffentlicht wurde.
Die hier mitgeschnittene Produktion am Theater
St. Gallen stieß international auf große Resonanz und
wurde als Durchbruch für das in Vergessenheit geratene
Werk Mayrs gewertet. Bei den Opernfestspielen
2010 hat Medea in Corinto in einer Neuinszenierung
an der Staatsoper München Premiere....mehr
Hervorragende Bewertungen für ihre Einspielung der
beiden Doppel-Klavierkonzerte von Felix Mendelssohn
Bartholdy (OC 739) steigern die Erwartungen für
das Mendelssohn-Soloprojekt des jungen, international
erfolgreichen Piano Duo Silver Garburg, das
jetzt veröffentlicht wird. Hauptwerk des Programms
ist die Originalbearbeitung der Sommernachtstraum-
Musik für Klavier zu vier Händen. Hier entfalten
Sivan Silver und Gil Garburg ihr überaus vielfältiges
Klangfarbenspektrum zur Illustration der zwischen
Traum und Wachen changierenden Handlung.
Einige besonders populäre Themen finden sich in
den Liedern ohne Worte, Silver Garburg spielen den
gesamten Zyklus op. 62 sowie die Nr. 1 aus op. 67. mehr
Erst nach vielen Konzertaufführungen und genauer
Quellenforschung entschloss sich der in Berlin lebende
Pianist Amir Katz zu einer Einspielung sämtlicher
Nocturnes von Frédéric Chopin. Dabei versucht er
Chopins Angaben bezüglich Tempo und Dynamik
präzise zu befolgen, berücksichtigt aber auch die
offensichtlichen Freiheiten in der Gestaltung, die für
Chopin und Interpreten seiner Zeit selbstverständlich ein Kaleidoskop der kleinen Form waren. So entsteht eine akribisch gearbeitete, aber
doch lebendige Interpretation, der die Energie des
Spontanen nicht abhanden gekommen ist.
Amir Katz wurde 1973 in Israel geboren und
erhielt dort ersten Klavierunterricht. Seine weitere
Ausbildung absolvierte er in Europa, Amir Katz lebt
in Berlin. mehr
Chor und Orchester der Ludwigsburger Schlossfestsp
Im 16. Jahrhundert existierten in Venedig vier
Ospedali, die der Versorgung kranker und verwaister
Kinder dienten. Im Laufe des 17. Jahrhunderts
wurden daraus Mädcheninternate, in denen großer
Wert auf eine hervorragende Musikausbildung
gelegt wurde. Schon bald waren sie ein wichtiger
Bestandteil im Venezianischen Musikleben und es
wurden renommierte Musiker und Komponisten als
Kapellmeister angestellt. Johann Wolfgang Goethe
berichtet von einer Aufführung: „Die Frauenzimmer
führten ein Oratorium hinter dem Gitter auf, die Kirche
war voll Zuhörer, die Musik sehr schön, und herrliche
Stimmen.“
Zu den Kapellmeistern am Ospedale degl’Incurabili
zählte auch Johann Adolf Hasse, der für die Institution
das hier eingespielte Oratorium Sanctus Petrus et
Sancta Maria Magdalena komponierte. mehr
Mit seinem Dirigat der Lulu als Chefdirigent am Teatro
Massimo di Palermo setzte Stefan Anton Reck im
Januar 2001 ein Ausrufezeichen. Die Produktion
wurde international von den wichtigen Feuilletons
ausgezeichnet.
Reck studierte an der HdK Berlin sowie in
Tanglewood bei Seiji Ozawa und Leonard Bernstein.
1985 gewann er den Internationalen Arturo Toscanini-
Dirigentenwettbewerb sowie den Internationalen
Gino-Marinuzzi-Dirigentenwettbewerb. Von 1997
bis 2000 war Reck Assistent bei Claudio Abbado
in Berlin. In dieser Zeit entwickelte er besondere
Expertise in der Musik Mahlers und der Neuen Wiener
Schule. Vor seinem Engagement am Teatro Massimo
di Palermo leitete er das Orchestra Sinfonica di San
Remo und das Orchestra Regionale del Lazio Roma.
Außerdem gastiert er u.a. beim Tokyo Philharmonic
Orchestra, an der Bayerischen Staatsoper, am Gran
Teatro del Liceo in Barcelona sowie an der Semperoper
Dresden. mehr
Joseph Messner schrieb über 700 Werke aus fast
allen Gattungen. Er wurde 1893 in Schwaz/Tirol
geboren und starb 1969 in Salzburg. Als Organist,
Dirigent und Komponist genoss er internationales
Renommee. Seine populärste Komposition wurde die
Salzburger Festspielfanfare, die jahrzehntelang sämtliche
Übertragungen von den Salzburger Festspielen
einleitete und beschloss. Als Hommage an den ehemaligen
Domkapellmeister zu Salzburg spielt das
Mozarteumorchester Salzburg unter Ivor Bolton hier
vier seiner Orchesterkompositionen ein, die besonders
eng mit Salzburg in Beziehung stehen. mehr
Mit dem Beginn der Intendanz von Harald Serafin
1992 nahm der Aufstieg der Seefestspiele Mörbisch
zum „Mekka der Operette“ seinen Lauf. Heute verbucht
das Festival jährlich bis zu 220.000 Besucher
auf der Opern-Air-Bühne am Neusiedler See. Nach
einem Ausflug in den Grenzbereich zum Musical im
Jahr 2009 (My Fair Lady) steht dieses Jahr wieder ein
Operetten-Klassiker auf dem Programm: Der Zarewitsch
von Franz Lehár. Obwohl diese Operette eine
für das Genre ungewöhnlich tragische Handlung hat
und das Publikum ohne Happy-End aus der Vorstellung
entlässt, wurde sie ein großer Publikumserfolg,
der nicht zuletzt durch Richard Tauber beflügelt wurde,
dem das Stück auf den Leib geschneidert war.
In der Mörbischer Produktion ist der 1980 geborene
rumänische Tenor Tiberius Simu als Zarewitsch
zu hören sowie in der Rolle der Sonja Alexandra Reinprecht,
die bereits Gastspiele an der Oper unter den
Linden, der Staatsoper München, der Wiener Staatsoper
sowie den Festspielen von Salzburg und Bregenz
gab. Als Sonja trat sie bereits 2009 am Münchner
Prinzregententheater mit dem Münchner Rundfunkorchester
unter Ulf Schirmer auf. mehr
Unmittelbar in Zusammenhang zu seinen Sinfonien
Nr. 2 bis 4 stehen Mahlers Lieder aus „Des Knaben
Wunderhorn“. An die Veröffentlichung der Vierten
Sinfonie im Mahler-Zyklus des Gürzenich-Orchesters
Köln schließt daher die vorliegende Folge von
Wunderhorn-Liedern an, die mit dem „Himmlischen
Leben“ endet, jenem Lied, das auch die Vierte
Sinfonie beschließt.
Als Solisten wechseln sich Christiane Oelze und
Michael Volle ab, die einige Lieder auch in einer
Duett-Version vortragen. Markus Stenz gelang es,
in seinem Kölner Mahler-Projekt von Anfang an
einen unverwechselbaren Ton zu kreieren, dem ohne
textfremde Exaltiertheiten und Effekthaschereien ein
persönlicher Charakter zueigen ist, der diesen Zyklus
in der Vielzahl der Einspielungen bedeutend und
interessant macht. Die klanglichen Qualitäten dieser
Aufnahmen im audiophilen SACD-Format dürften
kaum übertroffen werden. mehr
Frankfurter Opern- und Museumsorchester / Chor der Oper Frankfurt
Franco Leoni wurde 1864, im selben Jahr wie Richard
Strauss, in Mailand geboren. 1892 zog er nach London
und erlangte dort einige Popularität als Lieder- und
Opernkomponist. Seine vierte Oper wurde am erfolgreichsten:
L’Oracolo, nach dem Drama The Cat and
the Cherub von Chester Bailey Fernald. Sie wurde am
28. Juni 1905 am Covent Garden uraufgeführt, mit
Antonio Scotti in der Rolle des Cim-Fen. Dies wurde
seine Paraderolle, in der er auch über viele Jahre an
der New Yorker Metropolitan Opera auftrat. Von
1917 bis 1926 war die Inszenierung durchgehend
im Repertoire, dann wieder ab 1931. Und auch für
Scottis Abschiedsvorstellung an der Met im Jahre
1933 stand diese Oper auf dem Programm, die damit
ihre 55. Aufführung erreichte. Erstaunlicherweise
verschwand das Werk danach fast komplett von den
Opernbühnen. Franco Leoni starb am 08. Februar
1949 im britischen Hampstead. mehr