Adrian Willaerts Musica-Nova-Sammlung ging schon
zu seinen Lebzeiten ein mysteriöser Ruf voraus. Die
Stücke der Sammlung waren nur einem kleinen
Zirkel von Musikern, Theoretikern und Mäzenen
zugänglich. Erst Alfonso II von Ferrara ermöglichte
1559 den Druck der Sammlung, die z.T. schon vor
mehr als 15 Jahren komponiert worden war. Willaerts
verband auf einmalige Weise Stilelemente seiner
flämischen Heimat mit der italienischen Musik, vor
allem der venezianischen, war er doch von 1527 bis
zu seinem Tod 1562 in Venedig als Domkapellmeister
von San Marco tätig.
Das Vokalsextett Singer Pur beschäftigt sich auf
dieser CD mit dem weltlichen Teil der Musica Nova,
der sich aus Madrigalen nach Texten von Petrarca
zusammensetzt.
Singer Pur – das zweimal Echo-Klassik-prämierte
Vokalensemble – hat eine außerordentliche stilistische
Bandbreite. Neben Musik von der Renaissance bin ins
20. Jahrhundert umfasst sein Repertoire auch Werke
der musikalischen Avantgarde und Jazz....mehr
Der Komponist János Tamás wurde 1936 in Budapest
geboren, lebte aber ab 1956 in der Schweiz. Seine
kompositorische Ausbildung erhielt er bei Sándor
Veress in Bern. Sein OEvre umfasst 120 Werke aus
nahezu sämtlichen Gattungen. Er starb 1995 in
Aarau. Der Betreuung seines Nachlasses widmet sich
der Förderverein János Tamás.
Das Klavierkonzert von 1965 steht in der Nachfolge
der Musik von Béla Bartók. Der hochvirtuose
Klavierpart ist einem großbesetzten, kontrapunktisch
eng verwobenen Orchestersatz gegenübergestellt. Zu
einer Uraufführung zu Tamás’ Lebzeiten kam es nicht,
erst im Februar wurde das Konzert erstmals gespielt,
der Mitschnitt der Uraufführung liegt auf dieser CD
vor.
Ein ungarischer Komponist in der Schweiz:
Klavierwerke von János Tamás
Ergänzt wird das Programm durch frühe
Kompositionen für Klavier solo. Die Stücke aus
dem Zyklus Eisblumen werden heute viel gespielt,
nicht zuletzt als Pflichtstücke des Schweizerischen
Jugendmusikwettbewerbs. mehr
Der 1973 bei Stuttgart geborene Komponist und Blockflötist
Helge Burggrabe verbracht seine ersten Kinderjahre
in Birma. Zurück in Deutschland, begann
er mit dem Flötenspiel. 1993 debütierte er in der
Stuttgarter Liederhalle. Er studierte Blockflöte und
Komposition in Hamburg, wo er auch derzeit seinen
Wohnsitz hat.
In seinen Werken beschäftigt ihn der Zusammenklang
von Musik und Architektur, was zur Komposition
der Musikprojekte “RESONATUS – ein Oratorium
der Stille” (UA: 2004), “STELLA MARIS – ein
konzertantes Gesamtkunstwerk für Musik, Raum,
Sprache, Wasser und Licht” mit über 60 Mitwirkenden
(UA: 2006) und “ZEITEN DER STILLE”
(mit Anselm Grün, Iris Berben) führte.
JEHOSCHUA ist ein Oratorium von der Menschwerdung.
Der Name Jesu wird in seiner hebräischen
Form zum Klingen gebracht, wobei die Vokalfolge I-EO-
U-A formbildend für das Werk ist. Die Lesungen
der Bibelpassagen spricht der renommierte Schauspieler
Christoph Bantzer. JEHOSCHUA wurde am
21. Mai 2009 im Dom St. Petri, Bremen, im Rahmen
des 32. Ev. Kirchentags uraufgeführt. Die vorliegende
Aufnahme entstand anlässlich einer Aufführung am
21. November 2009 in der Ev. Kirche am Markt,
Hamburg-Blankenese. mehr
Die Kulturgeschichte der Klarinette ist eng mit der
Musiktradition Frankreichs im 19. Jahrhundert verbunden.
Die Klarinettenschule am Pariser Conservatoire
und ihr reger Austausch mit französischen
Instrumentenbauern führte zu einem spezifischen
Stil, der von den zeitgenössischen Komponisten stetig
weiterentwickelt wurde. Debussy war der Leitstern,
in seinem Gefolge zum Beispiel der 1870 geborene
Florent Schmitt. Erst die Komponisten der Groupe
de Six, unter ihnen Honegger, Milhaud und Poulenc,
wandten sich von der impressionistischen Stilistik ab
und führten mit geometrischen Formen, rhythmischer
Prägnanz und polytonal organisierter Harmonik
die französische Musik in die Moderne. Diese
spannende Phase der Musikgeschichte demonstrieren
Ralph Manno und Alfredo Perl auf dieser CD. mehr
Im Jahr des 50. Todestages von Albert Camus veröffentlicht
OehmsClassics die Oper Caligula von Detlev
Glanert, deren Libretto Hans-Ulrich Treichel auf Basis
des gleichnamigen Schauspiels von Camus verfasste.
Bei der Aufnahme handelt es sich um den Mitschnitt
der Uraufführung vom 07. Oktober 2006 an der Oper
Frankfurt. Die von Markus Stenz geleitete Aufführung
geriet zum umjubelten Opernereignis. „Ein Glücksfall
des zeitgenössischen Musiktheaters“ und „So aktuell,
so universell
wie dieser Vierakter war Musiktheater in
Deutschland selten“ schrieb DIE WELT. mehr
Carmen Piazzini, in Buenos Aires geboren und aufgewachsen,
beendete ihr Studium in Deutschland bei
Hans Leygraf. Als Mittlerin zwischen den Welten
der klassischen Musik in Europa und Südamerika
spielt sie Werke von Astor Piazzolla bewusst vom
Standpunkt der klassisch ausgebildeten Pianistin.
Auf der vorliegenden CD stellt sie außerdem weitere
Komponisten ihrer Heimat vor, die zum Teil in
Europa fast unbekannt sind. mehr
Vogels erfolgreichstes Werk war die Oper „Démophon“
nach einem Libretto von Metastasio. Allerdings konnte
der Komponist diesen Erfolg nicht mehr selbst erleben,
der 1756 (im selben Jahr wie W.A. Mozart) in
Nürnberg geborene Vogel starb bereits 1788, im Alter
von 32 Jahren in Paris. Christoph Willibald Gluck,
das Idol seiner Jugendjahre, schrieb ihm anlässlich der
1786 uraufgeführten Oper La toison d’or: „Ihr dramatisches
Talent lässt auch Ihre anderen Qualitäten in
hellem Licht erscheinen, und dazu gratuliere ich Ihnen
von ganzem Herzen. Dieses Talent ist umso seltener,
da es nicht aus Erfahrung zu gewinnen, sondern ein
Geschenk der Natur ist.“
Als Sinfonien-Komponist erweist sich Vogel als
überlegener Meister des französischen Stils in seinen
„Drei Sinfonien für großes Orchester“, die hiermit in
Ersteinspielungen vorliegen.
Reinhard Goebel hat hier mit einem wesentlichen
Mosaikstein das Bild vervollständigt, das wir von
der europäischen Musikszene zur Zeit W.A. Mozarts
haben. Als Pionier und intimer Kenner der historischen
Aufführungspraxis bildet er zusammen mit
den jungen Musikern der bayerischen kammerphilharmonie
ein hochvirtuoses, für jedes musikalische
Abenteuer gewappnetes Gespann. mehr
Im (nicht von Schubert vertonten) Prolog zu seiner
Gedichtsammlung nimmt Wilhelm Müller eine
ironische Haltung zu dem pastoralen Sujet seiner
Dichtung ein. In seinem Gedichtzyklus, der Teil einer
Sammlung mit dem Titel „77 Gedichte aus den nachgelassenen
Papieren eines reisenden Waldhornisten“
ist, bedient er in einer Zeit beginnender Urbanisierung
und Industrialisierung die Sehnsucht eines bürgerlich-
städtischen Publikums nach dem „Ländlichen“,
„Einfachen“ und Schlichten“. Der Prolog beginnt:
Ich lad’ euch, schöne Damen, kluge Herrn, / Und die ihr
hört und schaut was Gutes gern, / Zu einem funkelnagelneuen
Spiel / Im allerfunkelnagelneusten Styl; / Schlicht
ausgedrechselt, kunstlos zugestutzt.
Alle Ironie ist jedoch vergessen in der berührenden
Erzählung des Müllerburschen von seiner unerfüllten
Liebe zur jungen Müllerin, die in Schuberts Vertonung
zu den Ikonen der deutschen Romantik zählt.
Konrad Jarnot hat bereits für seine Einspielungen von
Liedern von Mozart, Wagner, Liszt, Mahler, Ravel,
Duparc, Strauss und Hermann Zilcher großen Beifall
geerntet, mit der „Müllerin“ eröffnet er nun die Reihe
der großen Schubert-Zyklen. mehr
Bearbeitungen wie Originalwerke für Klavierduo spielen
Anna & Ines Walachowski auf ihrer zweiten
CD bei OehmsClassics. Zu ersteren zählt Sergej
Rachmaninows Arrangement der Ballettmusik
„Dornröschen“ von Peter Tschaikowsky. Diese
Transkription des erst 18-jährigen Rachmaninow
befriedigte Tschaikowsky in ihrer ersten Fassung allerdings
keineswegs, so dass er Alexander Siloti mit der
Fertigstellung beauftragte und auch selbst Änderungen
vornahm. Brahms Ungarische Tänze sind dagegen
tatsächlich Originalwerke, die der Komponist erst
später für Orchester und für Soloklavier bearbeitete. Eine Rarität sind die sechs Contredanses von
Stanislaw Moniuszko, dem Begründer der polnischen
Nationaloper. Moniuszko wurde 1819 im weißrussischen
Ubiel geboren, 1872 starb er in Warschau. mehr