Rogé, Pascal
16.09. Chamber Music Concert in New York
Singer Pur
10.09. Schneeberg (D), St. Wolfgangskirche
Herkenhoff, Ulrich
11.09. Landsberg, Panflöte und Orgel
Schuch, Herbert
10.09. Mattsee (A) Diabelli-Festival
15.09. Musikfest Stuttgart
Glemser, Bernd
10.09. Kloster Maulbronn - Laienrefektorium - FAUST QUARTETT / DIMITRI ASHKENAZY Klarinette
11.09. Kloster Maulbronn - Laienrefektorium - Duo-Abend GUIDO SCHIEFEN Cello - BERND GLEMSER
Duo Walachowski
11.09. Lehmen, Lehmener Sommer
 
 

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   Carmen Piazzini: Piazzini Plays Piazzolla And other music from Argentina
Komponist: Piazzolla, Astor
Preis: 7.99 €
Kat-Nr.: OC 112
Format: CD

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Carmen Piazzini, in Buenos Aires geboren und aufgewachsen, beendete ihr Studium in Deutschland bei Hans Leygraf. Als Mittlerin zwischen den Welten der klassischen Musik in Europa und Südamerika spielt sie Werke von Astor Piazzolla bewusst vom Standpunkt der klassisch ausgebildeten Pianistin. Auf der vorliegenden CD stellt sie außerdem weitere Komponisten ihrer Heimat vor, die zum Teil in Europa fast unbekannt sind.

Piazzini plays Piazzolla

Die europäische Musik begleitete mein Leben von frühester Kindheit an. Ihre philosophische Haltung, ihr Tiefsinn in Ernst und Freude, ihre stilistische und gestische Vielfalt, ihr Hang zu künstlerischer Individualität, ihre profunde Artistik und ihre selbstverständliche Seriosität waren und sind bis heute Leitbilder meiner künstlerischen Ästhetik. Es musste mithin einen besonderen Grund geben, Astor Piazzolla (1921–1992) auf CD einzuspielen, denn ich bin schließlich keine »Tanguera«. lch suchte daher Stücke aus, in denen ich eine Affinität zu ihm fand. Astor Piazzolla war ausgebildeter klassischer Pianist, und das Klavier war lange »sein« Instrument, bevor er sich für das Bandoneón entschied. Aus diesem Grund sah ich mich berechtigt, Piazzolla mit meinen klassischen Mozartfingern zu spielen, und ich versuchte in keinem Augenblick, dies zu verstecken. Dabei fühlte ich mich ihm, der lange im Ausland lebte und tiefe Melancholie und ewige Sehnsucht nach seinem Geburtsland empfand, in schönster Weise verbunden.

Unsere argentinische Mentalität kennt den europäischen Tiefsinn nicht, wir haben einen anderen in unseren Genen. Piazzollas Musik zeigt diesen Tiefsinn der Emotionen, mit denen er seine sozialpolitischen Tagträume präsentiert. Wir glauben auch, dass die Philosophie der Welterkenntnis unserem Lebenskonzept ebenso wenig nutzt wie unserer mühsam erworbenen Zuverlässigkeit, denn wir meinen – vielleicht fühlen wir es auch nur – dass dies im negativen Fall der Weg zur Statue ist. Wir erleben uns in Bewegung, bewegt aber eher vom Schicksal als von selbst auferlegten Bewegungsmustern. Wir sind Tänzer, disziplinierte zwar, aber dennoch frei! Piazzollas Musik zeigt diesen Tiefsinn der Emotionen, ebenso die anderen auf dieser CD versammelten Komponisten. Alle hatten freundschaftliche Beziehungen zu meiner argentinischen Familie, mit Ausnahme von Fontenla und Sáenz. Ihre Stücke spiele ich seit meiner Kindheit, sie sind mir deshalb sehr vertraut. So entschloss ich mich, eine Auswahl von Komponisten, die wie Piazzolla sich nicht nur über ihren Nationaltanz definieren lassen wollen, einzuspielen. Ich denke, die Aufnahme gibt mir recht. Denn diese Komponisten sind im Gegensatz zu Piazzolla, der in seinen letzten Lebensjahren auf der ganzen Welt großen Ruhm erlangte, mit Ausnahme von Ginastera außerhalb Argentiniens kaum bekannt und verdienen es, gehört zu werden. Argentinische Musik mag insgesamt nicht so geistreich sein wie die europäische, insbesondere die deutsche, aber sie ist dafür sinnlich und auf philosophische Art körperlich.

Carlos Guastavino (geb. 1914) schreibt folkloristisch. Man spürt, dass er sich sehr mit der Liedkomposition befasst hat. Seine Stücke rühren sozusagen direkt ans Herz.

Atardecer en la sierra (Sonnenuntergang im Mittelgebirge) von Jorge Fontenla (geb. 1927) wurde 1948 komponiert. Die Einflüsse Debussys sind unüberhörbar.

Alberto Ginastera (1916 –1983), Lehrer von Piazzolla und Fontenla, schrieb seine Milonga ursprünglich für Gesang und Klavier mit dem Titel Der Baum des Vergessens. Ein Liebender legt sich unter diesen Baum, um seine Geliebte zu vergessen. Er vergisst logischerweise dabei sein Vorhaben. Seine drei »Argentinischen Tänze«, Tanz eines alten Viehtreibers, Tanz eines anmutigen Mädchens und Tanz eines verschmitzten Gauchos, sind ein geschlossenes Werk, vergleichbar den Sätzen einer Sonate.

Carlos López Buchardo (1881– 1948) ist neben Ginastera die bedeutendste Persönlichkeit im klassischen Musikleben Argentiniens. Er hat wenig für Klavier geschrieben. Bailecito (Tänzchen) ist sehr populär. Campera, ein Werk für großes Orchester, wurde von ihm für Klavier gesetzt.

Die Milonga ist neben dem Tango die populärste Tanzform in Argentinien und hat im Gegensatz zu diesem einen lustigen Text. Die Milonga von Ginastera macht da freilich eine Ausnahme, die von Pedro Sáenz (1915 –1995) erinnert stark an Darius Milhaud.

Alberto Williams (1862–1952) EI rancho abandonado (Verlassene Hütte) ist Teil einer Suite für Klavier, die er 1890 kurz nach seiner Rückkehr von einem langen Aufenthalt in Paris komponiert hat. Williams fühlt sich sehr von der europäischen Musik inspiriert, ist jedoch im Herzen der Folklore Argentiniens verbunden.

Julián Aguirre (1868–1924) war eng befreundet mit Williams. Sowohl Triste (traurig), der vierte von fünf Tristes, als auch Gato (Tanz) sind wie sein gesamtes Musikschaffen nicht im typischen argentinischen Folklorestil komponiert, obwohl er dies wollte. Dieser Gato wurde übrigens von Ernest Ansermet für Orchester arrangiert.

Carmen Piazzini


CD 1

Astor Piazzolla (1921 – 1992)
1  Retrato de Alfredo Gobbi  05:19  
2  Pigmalion  02:13  

Carlos Guastavino (*1914)
3  Bailecito  02:56  
4  Gato  01:32  

Jorge Fontenla (*1927)
5  Atardecer en la sierra  02:56  

Astor Piazzolla
6  Tango del angel  02:58  
7  Picasso  02:38  

Alberto Ginastera (1916 – 1983)
8  Milonga  02:33  

Danzas Argentinas
9  Danza del viejo boyero  01:15  
10  Danza de la moza donosa  03:26  
11  Danza del gaucho matrero  03:11  

Carlos López Buchardo (1881 – 1948)
12  Bailecito  01:15  
13  Campera  04:29  

Pedro Sáenz (1915 –1995)
14  Milonga  02:13  

Astor Piazzolla
15  Canción de las Venusinas  02:08  
16  Preludio para la Cruz del Sur  02:37  

Alberto Williams (1862 –1952)
17  El rancho abandonado Op. 32/4  04:37  

Julián Aguirre (1868 –1924)
18  Gato  02:13  
19  Triste No. 4  02:37  

Astor Piazzolla
20  Chau Paris  02:26  
21  Muerte  06:10  

total 62:25
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