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Konrad Jarnot, Bariton
Alexander Schmalcz, Klavier
Im (nicht von Schubert vertonten) Prolog zu seiner
Gedichtsammlung nimmt Wilhelm Müller eine
ironische Haltung zu dem pastoralen Sujet seiner
Dichtung ein. In seinem Gedichtzyklus, der Teil einer
Sammlung mit dem Titel „77 Gedichte aus den nachgelassenen
Papieren eines reisenden Waldhornisten“
ist, bedient er in einer Zeit beginnender Urbanisierung
und Industrialisierung die Sehnsucht eines bürgerlich-
städtischen Publikums nach dem „Ländlichen“,
„Einfachen“ und Schlichten“. Der Prolog beginnt:
Ich lad’ euch, schöne Damen, kluge Herrn, / Und die ihr
hört und schaut was Gutes gern, / Zu einem funkelnagelneuen
Spiel / Im allerfunkelnagelneusten Styl; / Schlicht
ausgedrechselt, kunstlos zugestutzt.
Alle Ironie ist jedoch vergessen in der berührenden
Erzählung des Müllerburschen von seiner unerfüllten
Liebe zur jungen Müllerin, die in Schuberts Vertonung
zu den Ikonen der deutschen Romantik zählt.
Konrad Jarnot hat bereits für seine Einspielungen von
Liedern von Mozart, Wagner, Liszt, Mahler, Ravel,
Duparc, Strauss und Hermann Zilcher großen Beifall
geerntet, mit der „Müllerin“ eröffnet er nun die Reihe
der großen Schubert-Zyklen.
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