Rogé, Pascal
16.09. Chamber Music Concert in New York
Singer Pur
10.09. Schneeberg (D), St. Wolfgangskirche
Herkenhoff, Ulrich
11.09. Landsberg, Panflöte und Orgel
Schuch, Herbert
10.09. Mattsee (A) Diabelli-Festival
15.09. Musikfest Stuttgart
Glemser, Bernd
10.09. Kloster Maulbronn - Laienrefektorium - FAUST QUARTETT / DIMITRI ASHKENAZY Klarinette
11.09. Kloster Maulbronn - Laienrefektorium - Duo-Abend GUIDO SCHIEFEN Cello - BERND GLEMSER
Duo Walachowski
11.09. Lehmen, Lehmener Sommer
 
 

 Anmelden
 Abmelden
   





  

   Piano Duo Anna & Ines Walachowski: Brahms - Faure - Tchaikovsky - Moniuszko
Komponist: Various
Preis: 10.98 €
Kat-Nr.: OC 746
Format: CD

oder bei
  
Bei Oehmsclassics Depothändler reservieren:

 Schreiben Sie Ihre Meinung zu dieser CD

Johannes Brahms: Ungarische Tänze Nr. 2,3,5,7,8,11,20,21
Gabriel Fauré: „Dolly“ Suite op. 56
Peter Tschaikowsky: Dornröschen op. 66, Bearbeitung von Sergej Rachmaninow
Stanislaw Moniuszko: Contredanses
Klavierduo Anna & Ines Walachowski

Bearbeitungen wie Originalwerke für Klavierduo spielen Anna & Ines Walachowski auf ihrer zweiten CD bei OehmsClassics. Zu ersteren zählt Sergej Rachmaninows Arrangement der Ballettmusik „Dornröschen“ von Peter Tschaikowsky. Diese Transkription des erst 18-jährigen Rachmaninow befriedigte Tschaikowsky in ihrer ersten Fassung allerdings keineswegs, so dass er Alexander Siloti mit der Fertigstellung beauftragte und auch selbst Änderungen vornahm. Brahms Ungarische Tänze sind dagegen tatsächlich Originalwerke, die der Komponist erst später für Orchester und für Soloklavier bearbeitete. Eine Rarität sind die sechs Contredanses von Stanislaw Moniuszko, dem Begründer der polnischen Nationaloper. Moniuszko wurde 1819 im weißrussischen Ubiel geboren, 1872 starb er in Warschau.

Eine schöpferische Werkstatt

Zur Gattung Klavierduo: Brahms, Fauré, Tschaikowski, Moniuszko

Für Eduard Hanslick war das vierhändige Klavierspiel „die intimste, die bequemste und in ihrer Begrenzung vollständigste Form häuslichen Musizierens“. Darüber hinaus eröffneten entsprechende Bearbeitungen die „bestmögliche Kenntnis der Orchesterliteratur auf der eigenen Stube“. Damit formulierte der Wiener Kritikerpapst wesentliche Motivationen und Leitmotive in der Entwicklung des vierhändigen Klavierspiels – sei es an einem oder an zwei Instrumenten. In der Regel sind Werke für zwei Klaviere vierhändig in ihrer Formanlage größer als solche für ein Klavier vierhändig. Auch verfügen zwei Instrumente über vielfältigere Ausdrucks- und Spielmöglichkeiten, nicht zuletzt werden der Klangraum und die Klangfülle erweitert.

Gleichwohl ist beiden Formen des Klavierduos jenes experimentelle Potenzial gemein, das Hanslick anspricht. Tatsächlich avancierte das Klavierduo für viele Komponisten zu einer bedeutsamen schöpferischen Werkstatt, und in besonderem Maße trifft dies auf Hanslicks Freund Johannes Brahms zu. Vierhändige Fassungen seiner Sinfonien Nr. 3 und 4 zeugen von profunden Reflexionen über das Verhältnis von Klavier- und Orchesterfassungen. Sein 1. Klavierkonzert op. 15 hat Brahms ursprünglich als Sonate für zwei Klaviere konzipiert, und die Originalfassung der Ungarischen Tänze ist für zwei Klaviere vierhändig.

Die insgesamt 21 Tänze wurden jeweils in zwei Teile veröffentlicht. 1869 erschienen die Tänze Nr. 1 bis 10, 1880 folgten die Tänze 11 bis 21. Damals waren Charakterstücke, die Volkstümlichkeit atmen, äußerst populär. „Gesetzt von Johannes Brahms“, ist in der Erstausgabe der Ungarischen Tänze vermerkt, denn in ihnen greift Brahms auf volkstümliche Weisen zurück, bei denen es sich allerdings um Allusionen handelt, die Assoziationen wecken. Brahms hat nicht originale Volkslieder der ungarischen Roma verarbeitet, authentische ungarische Folklore werden erst Zoltán Kodály und Béla Bartók für die Kunstmusik erschließen.

Die Orchesterfassungen wie auch die Bearbeitungen für Soloklavier folgten 1872/73, der mit Brahms befreundete Geiger Joseph Joachim schuf zudem eine vollständige Fassung der Ungarischen Tänze für Violine und Klavier. Und nicht zuletzt war es Brahms, der Hanslicks oben zitierte Bemerkung beherzigte und zahlreiche große Orchesterpartituren reduzierte: Schon in jungen Jahren schuf er unter dem Pseudonym G. W. Marks Opernarrangements, was zu einem wesentlichen Merkmal der Gattung Klavierduo wurde. Eine solche Bearbeitung stellt auch die hier eingespielte Suite nach Dornröschen von Peter Tschaikowski dar.

Das Ballett war Mitte Januar 1890 am Mariinski-Theater in St. Petersburg uraufgeführt worden und folgt dem bekannten Märchen von Charles Perrault. Tschaikowski selbst schuf eine Orchestersuite; die Fassung für Klavierduo stammt indes von Sergei Rachmaninow. Sie entstand 1890 auf Empfehlung des bedeutenden Pianisten Alexander Iljitsch Siloti – ein Cousin von Rachmaninow – für Tschaikowskis Verleger Peter Jürgenson. Es war Rachmaninows erstes Auftragswerk, und beinahe hätte er sich damit gravierenden Ärger eingehandelt.

Als nämlich Tschaikowski im Juni 1890 die fertige Partitur studiert, bemängelt er die zwar korrekte, aber seiner Meinung nach schülerhafte und wenig originelle Ausarbeitung: Siloti übernimmt persönlich die Fertigstellung der Transkription. Dagegen ist die „Dolly“-Suite op. 56 von Gabriel Fauré – wie die Ungarischen Tänze von Brahms – eine Originalkomposition. Fauré hat das Werk 1893/96 für Hélène Bardac komponiert, die wegen ihres Kleinwuchses auch „Dolly“ genannt wurde. Sie war die Tochter von Emma Bardac, mit der Fauré befreundet war und mit der sich später Claude Debussy vermählte.

Die einleitende Berceuse wurde auch separat publiziert und geht auf Faurés Frühwerk Chanson dans le jardin von 1863 zurück, zudem erklingen im dritten Stück Anspielungen auf die Violinsonate A-Dur. Vom Verleger stammen hingegen die Katzen-Beinamen Mia- ou und Kitty-Valse der Stücke Nr. 2 und 4. Henri Rabaud schuf 1906 eine Orchesterfassung der „Dolly“-Suite, 1913 folgte Louis Laloy mit einem Ballett, und Roy Howat erstellte eine Bearbeitung für Soloklavier.

Besondere vierhändige Raritäten hat schließlich Stanislaw Moniuszko mit den sechs Contredanses geschaffen. 1819 im weißrussische Ubiel geboren und 1872 in Warschau gestorben, gilt Moniuszko als Begründer der polnischen Nationaloper und – neben Frédéric Chopin – als Hauptvertreter der polnischen Romantik. 1871 erschien sein Handbuch der Harmonielehre, besonders populär geworden ist die Oper Halka. Im damals zum russischen Zarenreich gehörenden Warschau wurden vielfach Opern und Kantaten von Moniuszko verboten, oder es wurde in den Text eingegriffen. Auch deswegen wurde Moniuszko nach 1945 zum Vorkämpfer des Sozialismus stilisiert. Im Westen sind Moniuszkos Werke hingegen bis heute wenig bekannt, obwohl sie wertvolle Beiträge darstellen: Das belegen auch die Contredanses.

Florian Olters



CD 1

Johannes Brahms (1833–1897)
Hungarian Dances
for piano four-hands
1  No. 2 D minor (Allegro non assai)  03:31  
2  No. 3 F major (Allegretto)  02:00  
3  Nr. 5 F-sharp minor (Allegro)  02:25  
4  No. 7 A major (Allegretto)  01:27  
5  No. 8 A minor (Presto)  02:42  
6  No. 11 D minor (Poco andante)  03:16  
7  No. 20 E minor (Poco allegretto)  02:19  
8  No. 21 E minor (Vivace)  01:33  

Gabriel Fauré (1845–1924)
“Dolly” Suite op. 56
Six pièces pour piano à 4 mains
9  Berceuse  02:55  
10  Mi-a-ou  01:58  
11  Le Jardin de Dolly  02:53  
12  Kitty Valse  02:11  
13  Tendresse  03:40  
14  Le Pas Espagnole  02:05  

Peter I. Tchaikovsky (1840–1893)
The Sleeping Beauty op. 66
Arrangement for piano four-hands by Sergei Rachmaninov
14  Introduction. La fée des lilas  04:56  
15  Adagio. Pas d’action  05:03  
16  Pas de caractère  01:23  
17  Panorama  03:46  
18  Valse  04:00  

Stanislaw Moniuszko (1819–1872)
19  Contredanse Figura 1  01:16  
20  Contredanse Figura 2  00:54  
21  Contredanse Figura 3  01:29  
22  Contredanse Figura 4  00:58  
23  Contredanse Figura 5  03:07  
24  Contredanse Figura 6  02:41  

total 65:48
OehmsClassics Musikproduktion GmbH - Dantestraße 29 - 80637 München
Tel: 089 44 23 95 62 - Fax: 089 44 23 90 12
Email: info@oehmsclassics.de