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Orgelmesse – III. Teil der „Clavier-Übung“
Hansjörg Albrecht, Orgel & musikalische Leitung
Münchener Bach-Chor
Bei seiner Einspielung der Goldberg-Variationen handelte
es sich noch um ein „Arrangement“ für die
Orgel, der hier vorliegende 3. Teil von Bachs „ClavierÜbung“
hingegen ist ein Originalwerk für die Orgel.
Die Folge von Choralbearbeitungen wird entsprechend
der Messe-Ordnung mit Präludium und Fuge
eröffnet bzw. beschlossen.
Die korrespondierenden Choräle singt der
Münchener Bach-Chor, dessen künstlerischer Leiter
Hansjörg Albrecht seit der Saison 2005/2006 ist.
Wie schon bei den vorhergehenden Orgel-
Einspielungen von Hansjörg Albrecht kommen auch
hier die audiophilen Hörer in besonderem Maße zu
Ihrem Recht, wozu eine ausgeklügelte Tonregie und
das SACD-Format beitragen.
J.S. Bach: Orgelmesse
Dritter Theil der Clavier Übung bestehend
in verschiedenen Vorspielen über die Catechismus-
und andere Gesaenge, vor die Orgel“
ist der Titel einer neuen Publikation Bachs aus
dem Jahre 1739. Zwei Drucke der Clavier-Übung
waren dieser Sammlung vorausgegangen, und
zwar 1731 der I. Teil (Sechs Partiten) sowie 1735
der II. Teil (Italienisches Konzert & Französische
Ouvertüre); allesamt Kompositionen für ein
zweimanualiges Cembalo. Zusammen mit dem
IV. Teil (Goldberg-Variationen) gab Bach diese
Werkgruppen als erste seines umfangreichen
Oeuvres zum Druck. Man kann also davon
ausgehen, dass er in ihnen besondere kompositorische
als auch redaktionelle Sorgfalt walten
ließ, nutzte er diese Sammlungen (neben dem
Musikalischen Opfer und der Kunst der Fuge)
doch als Kompendien, um aufzuzeigen, wie
weit man in der Kunstfertigkeit des Umgangs
mit den unterschiedlichen stilistischen Formen
(Konzert, Suite, Choralvorspiele, Kanons, Fugen,
Variationen) kommen kann. Und alle sind
sie unübertroffene Gipfelwerke!
Der „Dritte Theil der Clavier Übung“ wird
nach der Ordnung des Messgottesdienstes mit
einem Präludium eröffnet und mit der dazugehörigen
Fuge beschlossen. 21 Choralbearbeitungen
bilden den Kern des Werkes: KYRIE und
GLORIA aus der Liturgie der evangelischen
Missa und die sechs Choräle Martin Luthers zu
den Hauptstücken des Katechismus. Mit den Katechismuschorälen
wählte Bach diejenigen aus,
die ihm aus seiner Schulzeit als für die jeweiligen
Tage vorgeschriebene Morgenlieder geläufig waren.
Selbstverständlich sind dies auch Lieder, die
im Gottesdienst Verwendung fanden. Und wie
Luther zwei Fassungen des Katechismus – eine
große und eine kleine – vorlegte, bearbeitete auch
Bach jedes Lied in zweierlei Form. Dennoch ist
die weitverbreitete Bezeichnung dieses III. Teils
als „Orgelmesse“ irreführend, da wohl – anders
als bei echten Orgelmessen – keinesfalls an eine
zyklische Aufführung im Gottesdienst gedacht
war. Aus Untersuchungen zum Originaldruck
weiß man inzwischen, dass die Sammlung sich
erst allmählich entwickelte: Präludium und Fuge
Es-Dur sowie die „kleinen“ Bearbeitungen der
Katechismuschoräle wurden erst später in das
Gesamtgefüge mit aufgenommen. Als letzte Stücke
kamen die vier Duette hinzu.
Der größere Teil der stilistisch enorm vielfältigen
Stücke wurde eigens für diese
Sammlung komponiert. Jedes der Choralvorspiele ist
sehr individuell gestaltet; für viele der hier verwandten
formalen Prinzipien lassen sich weder
Vorgänger in Bachs Werk noch in dem anderer
Komponisten finden. Bach kennzeichnet den
sakralen Charakter des Werkes, indem er es in
Analogie zum Neuen Testament 27-teilig anlegt
(Präludium / 21 Choralbearbeitungen / 4 Duette
/ Fuge).
PRÄLUDIUM ES-DUR
Pro organo pleno / mit dem vollen Werk zu spielen,
bildet das Präludium zusammen mit der
Fuge Eingang und Ausgang der „Orgelmesse“
und ist wohl Bachs letztes freies Orgelwerk. In
seiner Mehrgliedrigkeit deutet es bereits auf den
klassischen Sonatensatz mit seinen inhaltlichen
Kontrasten hin. Das ouvertürenhafte Eröffnungsstück
– als eine Symbiose aus drei unterschiedlichen
nationalen Stilarten (Frankreich
/ Italien / Deutschland) – hat drei Vorzeichen
(Es-Dur), besteht aus drei Hauptteilen und verwendet
drei Themen. Es dient der bildhaften
Darstellung der Dreieinigkeit und präsentiert
klar strukturiert die drei Themen: Gott Vater
als König im ersten Thema (in französischer
Ouvertürentradition), sein Sohn Jesus Christus
im zweiten Thema (in italienischer Concerto-
Technik) sowie das Herabfahren und Wehen
des Heiligen Geistes im dritten Thema (in
deutsch-Bachscher Fugenschreibweise).
KYRIE
Kyrie; Gott Vater in Ewigkeit, groß ist dein Barmherzigkeit,
aller Ding ein Schöpfer und Regierer,
Kyrie eleison.
CHRISTE
Christe, aller Welt Trost, uns Sünder allein hast
erlöst. O Jesu, Gottes Sohn, unser Mittler bist in
dem höchsten Thron, zu dir schreien wir aus Herzensbegier:
Christe eleison.
KYRIE
Kyrie, Gott heiliger Geist, tröst, stärk uns im Glauben
allermeist, dass wir am letzten End fröhlich
abscheiden aus diesem Elend, Kyrie eleison.
In den drei „großen“ Bearbeitungen im alten
Stil (stile antico) dieses für die hohen Feste bestimmten
Kyrie legt Bach den Cantus firmus
(Choralmelodie) im ersten Teil in den Sopran
(Cornett), im zweiten erscheint er im Tenor
(Tierce en taille), im dritten (Mixturplenum)
durchdringt der Cantus firmus vom Bass aus
das dichte Geflecht eines fünfstimmigen Satzes
(Ricercare). Alle drei Bearbeitungen sind „Orgelmotetten“
vollendetster Art, bei denen der
Cantus firmus in großen Notenwerten auftritt.
Die drei „kleinen“ (pedallosen) Bearbeitungen
erscheinen in unterschiedlich fugierenden
Techniken. Die Registrierung dafür erfolgte
spiegelbildlich zum systematischen Abwärtssteigen
(Sopran-Tenor-Bass) in den drei „großen“
Bearbeitungen, und zwar als aufsteigende
„theologische Orgelregistrierungen“: die tiefe
16-Fuß-Lage für die Versinnbildlichung des Vaters,
die 8-Fuß-Mittellage für den Sohn und die
hohe 4-Fuß-Lage für den Heiligen Geist.
GLORIA
Allein Gott in der Höh sei Ehr und Dank für seine
Gnade,
darum dass nun und nimmermehr uns rühren
kann kein Schade.
Ein Wohgefalln Gott an uns hat; nun ist groß
Fried ohn’ Unterlass,
all Fehd’ hat nun ein Ende.
Wir loben, preis’n, anbeten dich, für deine Ehr wir
danken,
dass du, Gott Vater ewiglich regierst ohn’ alles
Wanken,
Ganz ungemess’n ist deine Macht, fort g’schieht,
was dein Will hat bedacht,
wohl uns des feinen Herren.
Auch die drei Choralbearbeitungen des Gloria,
allesamt Choraltrios, zeugen – trotz unterschiedlicher
Satzart und Kompositionsweise
– vom systematischen Denken Bachs: Die
erste „kleine“ Bearbeitung verbindet moderne
italienische Ritornellform mit Cantus-firmus-
Durchführungen. Diese Formen sind auch
der zweiten Bearbeitung, dem konzertanten
„großen“ Choraltrio zueigen, das zudem Aufbau
und Modulationsplan eines Sonatensatzes
aufweist.
Die dritte Bearbeitung, eine Fughetta, erweist
sich als echte Doppelfuge von nur 20
Takten und gibt schon Ausblick auf die hochkomplexen
und minimalistischen Kompositionsformen
der zweiten Wiener Schule. Das
buchstäbliche Aufsteigen auch dieser drei Choralbearbeitungen
(F-Dur, G-Dur und A-Dur)
wird durch immer lichter werdende Registrierungen
unterstützt und ausgemalt.
VON DEN ZEHN GEBOTEN
Dies sind die heil’gen zehn Gebot, die uns gab
unser Herr Gott durch Mose, seinen Diener treu,
hoch auf dem Berg Sinai, Kyrieleis.
Die G’bot all uns gegeben sind, das du dein Sünd,
o Menschenkind, erkennen sollst und lernen wohl,
wie man vor Gott leben soll, Kyrieleis.
Die „große“ fünfstimmige Bearbeitung (2 Manuale
und Pedal) ist gekennzeichnet durch
besondere Raffinesse in der gewählten Kompositionsform:
Der Cantus firmus erklingt
im Kanon zwischen Alt und Tenor (Trompete
und Krummhorn), darüber zwei selbständig
weit ausschwingende konzertierende Sopranstimmen
(Oboe und Nasat 2 2/3’) im Stile der
Concertosätze aus Bachs Kantaten. Die streng
kanonische Führung des Cantus firmus deutet
auf das vor uns aufgestellte göttliche Gesetz
(Zehn Gebote). Diese Unerbittlichkeit wird
noch durch die ewig wuchtig fortschreitende
Pedalstimme (32’) unterstützt.
In der „kleinen“ Bearbeitung (gespielt mit
Zungenstimmen) wird hörbar, wie Mose mit einem
Hammer seine zehn Gebote in eine Steintafel
meißelt.
CREDO
Wir glauben all’ an einen Gott, Schöpfer Himmels
und der Erden,
der sich zum Vater geben hat, dass wir seine Kinder
werden.
Er will uns allzeit ernähren, Leib und Seel auch
wohl bewahren;
Allem Unfall will er wehren, kein Leid soll uns
widerfahren.
Er sorget für uns, hüt’ und wacht; es steht alles in
seiner Macht.
In der „großen“ Bearbeitung (in der französischen
Form des Organo pleno: Grand Jeux mit
allen Cornetten und Zungenstimmen) verzichtet
Bach auf die Durchführung der ganzen Melodie
und entwickelt stattdessen aus der ersten Textzeile
eine Fuge, zu deren Thema ein Basso ostinato
tritt. Dieser tritt im Pedal auf verschiedenen
Einsatzstufen und in zunehmendem Einsatzabstand
auf – für eine Fuge sehr ungewöhnlich.
Am Schluss allerdings erscheint überraschend im
Tenor noch die letzte Textzeile: „Es steht alles in
seiner Macht“. Bach fasst so in der ersten und
letzten Zeile den ganzen Choral zusammen.
Die „kleine“ Bearbeitung ist die Miniaturfassung
einer französischen Ouvertüre mit
ausgeschriebenen Verzierungen. Als Pendant zur
„großen“ Schwester erklingt sie in einer abgemilderten
Fassung des Grand Jeux.
VATER UNSER
Vater unser im Himmelreich, der du uns alle heißest
gleich Brüder sein und dich rufen an und willst das
Beten von uns han. Gib, dass nicht bet’ allein der
Mund, hilf, dass es geh von Herzensgrund.
Amen, das ist: Es werde wahr. Stärk unseren Glauben
immerdar, auf dass wir ja nicht zweifeln dran,
was wir hiermit gebeten han auf dein Wort, in
dem Namen dein, so sprechen wir das Amen fein.
Die fünfstimmige „große“ Bearbeitung (für 2
Manuale und Pedal) ist nicht nur ein meditatives
Innehalten und Stillwerden (Flöten & Streicher
8’), sondern zudem eine der erstaunlichsten Tonschöpfungen
Bachs. In einer Übereinanderlagerung
verschiedener musikalischer Idiome wird
zum einen in gelehrter und traditionsreicher Satztechnik
der Cantus firmus als Kanon zwischen
Sopran und Alt geführt; zum anderen bilden die
übrigen drei Stimmen einen vollständigen Triosonatensatz.
Die Anwendung moderner Stilmittel
sowie musikalischer Floskeln, die der galanten
Schreibart nahestehen, lassen Assoziationen zu
zeitgenössischen Flötensonaten aufkommen.
In der nachfolgenden „kleinen“ Bearbeitung
(Flöten 8+4’) greift Bach auf Satzprinzipien zurück,
die er in weitaus früheren Werken wie
seinen Choralpartiten oder dem Orgelbüchlein
entwickelt hatte.
TAUFE
Christ, unser Herr, zum Jordan kam nach seines
Vaters Willen,
von Sankt Johann die Taufe nahm, sein Werk und
Amt zu erfüllen.
Da wollt er stiften uns ein Bad, zu waschen uns
von Sünden,
ersäufen auch den bittern Tod durch sein selbst
Blut und Wunden,
es galt ein neues Leben.
Unter dem Cantus firmus im Tenor liegt bei der
„großen“ Choralbearbeitung die unablässig strömende
Sechzehntelbewegung der Bass-Stimme,
und zwar als Bild für die Fluten des Jordan, die
in der letzten Strophe des Liedes als ein Symbol
des Blutes Christi, das alle begangene Sünde hinwegspült,
gedeutet werden. Die das Kreuz zeichnenden
Figuren der Oberstimmen (in teilweise
galantem Stil) sind der Hinweise auf Christus,
auf den Zusammenhang von Taufe und Kreuz.
Die „kleine“ Bearbeitung ist geprägt von
zahlreichen Umspielungen, wobei die Choralmelodie
kunstvoll versteckt ist und nur hier und
da aufscheint. Das Wasserfließen wird in beiden
Bearbeitungen durch zarte Registrierungen sowie
den Gebrauch aller vorhandenen Tremulanten
ausgemalt, die den ansonsten statischen
Orgelton zum Schweben und Fließen bringen.
BUSSE
Aus tiefer Not schrei ich zu dir, Herr Gott, erhör
mein Rufen.
Dein gnädig Ohren kehr zu mir und meiner Bitt
sie öffne;
denn so du willst das sehen an, was Sünd und Unrecht
ist getan,
wer kann, Herr, vor dir bleiben?
Darum auf Gott will hoffen ich, auf mein Verdienst
nicht bauen;
auf ihn mein Herz soll lassen sich und seiner Güte
trauen,
die mir zusagt sein wertes Wort; das ist mein Trost
und teuer Hort,
des will ich allzeit harren.
Der „große“, sechsstimmige Orgelsatz zeigt die
Form des Orgelricercare in seiner monumentalsten
und unüberbietbarsten Gestalt (gespielt
mit dem großen Mixturplenum der norddeutschen
Arp-Schnitger-Orgel). Aus den Quadern
des phrygischen Chorals errichtet Bach einen
Kathedralbau von unerhörter Größe und Strenge.
Die Kompositionsart im stile antico weist
– wie schon im dritten Kyrie – zurück auf die
Tradition der Palestrina-Schule.
Die „kleine“ Choralbearbeitung steht dem
sechsstimmigen Satz in Strenge, Geschlossenheit
und Aussage in nichts nach – wenngleich
sie auf das Bassfundament (Pedal) verzichtet
und die Registrierung auf die Prinzipalregister
8’/4’/2’ beschränkt ist.
ABENDMAHL
Jesus Christus unser Heiland, der von uns den Gotteszorn
wandt,
durch das bitter Leiden sein half er uns aus der
Höllen Pein.
Dass wir nimmer des vergessen, gab er uns sein
Leib zu essen,
verborgen im Brot so klein, und zu trinken sein
Blut im Wein.
Du sollst Gott den Vater preisen, dass er dich so
wohl wollt speisen
und für deine Missetat in den Tod sein’ Sohn geben
hat.
Die „große“, dreistimmige Choralbearbeitung
(Trio) führt den Cantus firmus im Tenor durch
(Trompeten), wo er wie ein Felsen inmitten einer
gewaltig brandenden und wogenden Bewegung
steht. Der kontrapunktische Organisationsgrad
und die rhythmische Vertracktheit und
Unabhängigkeit der beiden „Begleitstimmen“
geht weit über das hinaus, was Bach in seinen
anderen Choraltrios vorgestellt hat.
Einen bis ans bizarre grenzenden Abschluss
der fugierenden Stücke mit nochmaliger Steigerung
der kontrapunktischen Mittel ist die „kleine“
Choralbearbeitung, eine vierstimmige Fuge,
ausgeführt wieder ohne Pedal. Das Unerhörte
dieses Stückes wird noch unterstrichen durch
die Registrierung mit der schnarrenden Vox
humana. Schalmeiklänge der alten Stadtpfeifer
werden hier wieder lebendig.
DUETTO I–IV
Nach dem Ende der letzten Choralbearbeitung
fügte Bach nachträglich vier Duette ein. Die
in diesen Stücken auftretenden Sonderfälle der
Kontrapunktik lassen sich unter Umständen aus
Bachs Bestreben heraus interpretieren, derartige
satztechnische Besonderheiten in zugespitzter
Abstraktion (ohne jegliche Bindung an ein bestimmtes
Choralmaterial und in Beschränkung
auf nur zwei Stimmen) aufzuzeigen. Sie nehmen
damit als gelehrte „geistige Spielereien“
eine ähnliche Stellung ein wie die Kanons in
den späteren Sammlungen Musikalisches Opfer
und Kunst der Fuge. Die Tonartenfolge aller vier
Duette ist ansteigend (e-Moll / F-Dur / G-Dur
/ a-Moll). Darauf nimmt auch die zunehmende
Helligkeit und Durchsichtigkeit der einzelnen
Registrierungen Rücksicht. Doch Bach wäre
nicht Bach, würde er nicht auch hier ausscheren.
Nach dem dritten Duett verebbt schlagartig die
Freude: Tiefe Stille kehrt im vierten Duett ein
und gibt, wie schon im Vaterunser, Zeit zum
Nachsinnen über die Vergänglichkeit. Dies ist
die Stelle, an der in der Lutherischen Messe vor
dem Segen gebetet wird: „Verleih uns Frieden
gnädiglich, Herr Gott, zu unsern Zeiten“.
FUGE ES-DUR
Die abschließende Fuge, die auch den Beinamen
„St. Annen-Fuge“ trägt, bildet das Gegenstück
zum einleitenden Präludium. Jeder der drei Abschnitte
der Fuge hat ein eigenes Thema, doch
verwenden der zweite und dritte Abschnitt auch
das erste Thema in kontrapunktischer Verbindung
mit ihren jeweils ureigenen musikalischen
Gedanken. Analog dem Präludium hat auch
die Fuge drei Vorzeichen, drei Hauptteile und
drei Themen, was ihre symbolische Bedeutung
unterstreicht. Mit dem großen Aufschwung des
dritten Teiles im tänzerisch-jubelnden 12/8-Takt
zeigt sich die Orgel noch einmal in voller Pracht
als wahrhafte Königin der Instrumente.
Hansjörg Albrecht
SACD 1 | PRELUDE | | 1 | | Prelude in E-flat Major BWV 552/1 | | 09:00 |  | KYRIE | | 2 | | Kyrie, Gott Vater in Ewigkeit BWV 669 (Canto fermo in Soprano / à 2 Clav. et Pedal) | | 03:09 |  | | 3 | | Chorale: Kyrie, Gott Vater in Ewigkeit BWV 371 | | 00:48 |  | CHRISTE | | 4 | | Christe, aller Welt Trost BWV 670 (Canto fermo in Tenore / à 2 Clav. et Pedal) | | 04:35 |  | | 5 | | Chorale: Christe, aller Welt Trost BWV 371 | | 01:04 |  | KYRIE | | 6 | | Kyrie, Gott heiliger Geist BWV 671 (Canto fermo in Basso / Cum Organo pleno) | | 04:53 |  | | 7 | | Chorale: Kyrie, Gott heiliger Geist BWV 371 | | 00:49 |  | | 8 | | Kyrie, Gott Vater in Ewigkeit BWV 672 (manualiter / alio modo) | | 01:30 |  | | 9 | | Christe, aller Welt Trost BWV 673 (manualiter) | | 01:34 |  | | 10 | | Kyrie, Gott heiliger Geist BWV 674 (manualiter) | | 01:39 |  | GLORIA | | 11 | | Allein Gott in der Höh sei Ehr BWV 675 (à 3 / Canto fermo in Alto / manualiter) | | 03:16 |  | | 12 | | Chorale: Allein Gott in der Höh sei Ehr BWV 260 | | 00:44 |  | | 13 | | Allein Gott in der Höh sei Ehr BWV 676 (à 2 Clav. et Pedal) | | 04:46 |  | | 14 | | Chorale: Allein Gott in der Höh sei Ehr BWV 260 | | 00:44 |  | | 15 | | Allein Gott in der Höh sei Ehr BWV 677 (Fughetta super/ manualiter) | | 01:13 |  | THE TEN COMMANDMENTS | | 16 | | Dies sind die heil’gen zehn Gebot´ BWV 678 (à 2 Clav. et Pedal / Canto fermo in Canone) | | 05:22 |  | | 17 | | Chorale: Dies sind die heil’gen zehn Gebot’ BWV 298 | | 01:06 |  | | 18 | | Dies sind die heil’gen zehn Gebot’ BWV 679 (Fughetta super / manualiter) | | 02:03 |  |
CD I total 48:24 | SACD 2 | CREDO | | 1 | | Wir glauben all’ an einen Gott BWV 680 (In Organo pleno con Pedal) | | 03:35 |  | | 2 | | Chorale: Wir glauben all’ an einen Gott BWV 437 | | 01:33 |  | | 3 | | Wir glauben all’ an einen Gott BWV 681 (Fughetta super / manualiter) | | 01:30 |  | THE LORD’S PRAYER | | 4 | | Vater unser im Himmelreich BWV 682 (à 2 Clav. et Pedal / Canto fermo in Canone) | | 08:18 |  | | 5 | | Chorale: Vater unser im Himmelreich BWV 90 | | 01:20 |  | | 6 | | Vater unser im Himmelreich BWV 683 (alio modo / manualiter) | | 01:31 |  | BAPTISM | | 7 | | Christ, unser Herr, zum Jordan kam BWV 684 (à 2 Clav. e Canto fermo in Pedale) | | 03:58 |  | | 8 | | Chorale: Christ, unser Herr, zum Jordan kam BWV 280 | | 00:56 |  | | 9 | | Christ, unser Herr, zum Jordan kam BWV 685 (manualiter / alio modo) | | 01:32 |  | | 9 | | CONFESSION |  | | 10 | | Aus tiefer Not schrei ich zu dir BWV 686 (à 6 / in Organo pleno con Pedale doppio) | | 06:07 |  | | 11 | | Chorale: Aus tiefer Not schrei ich zu dir BWV 38 | | 01:43 |  | | 12 | | Aus tiefer Not schrei ich zu dir BWV 687 (à 4 / manualiter / alio modo) | | 06:02 |  | EUCHARIST | | 13 | | Jesus Christus unser Heiland BWV 688 (à 2 Clav. e Canto fermo in Pedale) | | 03:39 |  | | 14 | | Chorale: Jesus Christus unser Heiland BWV 363 | | 01:52 |  | | 15 | | Jesus Christus unser Heiland BWV 689 (à 4 / manualiter) | | 04:01 |  |
| | 16 | | Duetto I E Minor BWV 802 | | 03:06 |  | | 17 | | Duetto II F Major BWV 803 | | 03:57 |  | | 18 | | Duetto III G Major BWV 804 | | 02:26 |  | | 19 | | Duetto IV A Minor BWV 805 | | 04:50 |  | CONCLUSION | | 20 | | Fuga à 5 con pedale pro Organo pleno in E-flat Major BWV 552/2 | | 06:27 |  |
CD II total 68:35 | |
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